Tulpen

was es mit den Jahreszeiten auf sich hat

Tulpen mit dem roten Mund
tun ihre spitzen Lippen kund
und rundum flüstern sie
vom Frühling da und hie.

Glaubst du an tote Perlen
und grüne Wiesen,
an spitze Blätter wie bei diesen?

Das sind Glaubensfragen
und des Frühlings weite Becher,
die sich auftun und voll Sehnsucht recken,
das was sie zu strecken
haben und die schwarzen Staubblätter
verabschieden das kalte Tuch,
das auf der Erden lag
und ganz eingesperrt hat unsere Farben.

Jetzt explodieren Zwiebel
und geben ihre Pracht
an den Tageshimmel wieder und an die Augen,
die aus ihnen Leben saugen
und sich erinnern, wie man sich öffnet.

Schneidet sie von der Zwiebel ab,
so wächst sie trotzdem weiter
in die Lüfte wo sanfte Düfte
wie schon mal einer sagte, künden vom Frühling,
der mit seinem Band zieht übers Land und zieht den Sommer hinter sich her und daran gebunden den Herbst, bis der verstirbt und dem weißen Tuche Platz macht, bis sich die Lippen wieder zeigen und der Reigen
wieder von vorn beginnt.
Und so ist es mit allem. Alles ist immer da und war und wird sein und jeder Augenblick ist unendlich, deshalb überlegt Euch wohl, was ihr gerade denkt...