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Was ich schon immer wissen wollte und nie zu wagen fragte. Darüber habe ich nun geschrieben und aufgegriffen, was mich umtreibt und berührt. Beziehungen. Frauen. Essen. Sprache. Kostproben hier zu lesen, erhältlich bald überall.

 

 

 

Freitag, der 13. Sagen Sie, versuchen Sie den Tag zu überleben oder Leben Sie bereits: strahlend – schön – frei – selbstbestimmt? Uns geht es gut wie nie und irgendwie doch nicht. Die Welt ist in einem krassen Zustand, Menschen driften auseinander, stürmisch, grob, blind für andere, losgelöst von der Natur. Fremdbestimmt. Wer soll alles zusammenhalten? Wo ist unsere Heimat? Was berührt überhaupt noch? Womit sind wir verbunden? Wer hat Antwort? Wir Frauen! „Mütter sind die Hüterinnen einer Kultur“.

Warum heulten wir vor Sehnsucht den Mond an und treffen zu viele fiese schmallippige Frauen? Warum haben wir eine innere Leere, die nicht weggeht, egal, ob wir shoppen, heiraten, Kinder kriegen, wellnessen, Yoga  oder Karriere machen? Genug gelitten. Genug des Hungers, der nicht geht. Wir hüten nicht nur die Reste einer kläglichen, vereinsamten und fein hyperentwickelten unentwegt in Smartphones glotzenden Angstgesellschaft, die ihr Potenzial vergessen hat und nicht mehr weiß, wo wir herkommen. Wir hüten eine unendliche Kraft. Auch das haben wir nur vergessen. Dieses Vergessen einer Gesellschaft spiegelt sich in unzähligen Menschen, die Alzheimer und Demenzsymptome zeigen. Dabei stützten wir doch alles auf unser Hirn. Es ist Zeit, das zu ändern. Durch uns. In uns wachsen die nächsten Generationen. Unsere Ängste, unsere Zweifel werden zu denen unserer Kinder. Ausser wir durchbrechen überholte verlebte Muster, die uns jetzt in den Hintern beißen. Altes Wissen kann auferstehen, Wahrnehmungen und Erfahrungen jedes Menschen können entscheidend sein. Unser Leben darf schön sein. Und furchtbar. Es ist nicht dazu da, dass wir von Tag 1 bis zum letzten in einem güldenen Bettchen liegen. Es ist nicht gemeint, dass nix passiert, dann passiert nämlich nix. Wir haben die Fahrkarte für diese Achterbahn hier selbst gelöst. Echt. Wir sind alles. Nun endlich wissen wir’s, dass weder die Frauenquote, noch das Bankkonto, der Urlaub, die Pflege von Opa oder das Chanel-Kostüm uns dahin bringen. Wir selbst sind es. Es ist innen, was wir suchen.
 

 

2011, zweite Auflage 2020
Eigenverlag, klammergeheftet, 32 Seiten, 21 x 21 cm, 10 Euro (incl. MwSt.) + 2 Euro Porto
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Klaus ist die allgäuer Bezeichnung für Knecht Ruprecht – die dunkle Gestalt an der Seite des heiligen Nikolaus. „Klausenwald“ ist all jenen gewidmet, die sich in ihrem Wald verlaufen haben. Manchmal braucht’s Mut und einen Anlass, sich von alten Mustern zu trennen, um Verletzungen zu heilen und zu erkennen, dass wir es sind, die festhalten. Loslassen bedeutet, die Hände wieder frei zu haben. Loslassen ist manchmal sauschwer. Es ist die Geschichte einer Trennung und eines Leidens, das erst aufhört, wenn man den anderen nicht mehr dafür verantwortlich macht. Voller Symbole, die auf der letzten Seite erklärt werden.

 

so beginnt die Geschichte:

gewidmet Klaus und Fischi

Vor einem großen Walde lebte ein Mann ab und zu mit seinen zwei Kindern. Es waren zwei Söhne und er nannte sie Ältester und Jüngster. Er hatte Mehl, Butter, Milch, Hefe und ein Päckchen Rosinen zu Hause. Er hatte Arbeit. Mehr als genug. Aber er schrie jede Nacht in sein Kopfkissen.

Seine Frau hatte ihn verlassen und war, nachdem er sie küssend mit einem Anderen gesehen hatte, verschwunden und das tat ihm tief im Herzen weh. Dachte er doch, sie sei wegen ihm gegangen. Dachte, er sei nicht gut genug gewesen. Im Leben, für sie, für die Buben, für alles. Dabei war sie es, ebenso verzweifelt und wie eine Verhungernde hatte sie ihr Brot bei ihm gesucht, und nur Krümel gefunden, wie sie meinte. Wie eine Ertrinkende sich an ihn gehalten, zunächst. Dann kamen die Buben, wie vom Himmel geschickt und hatten kurz getröstet. Als die erste Aufregung und Freude der Geburt vergessen war, kam der Hunger bei ihr wieder. Einsamkeit fraß sie auf inmitten der Familie, die um sie war. Und als die Frau sah, dass auch ihr Mann hungerte und wie sie im weiten Meer trieb, wandte sie sich angewidert ab. Sie winkte dem nächstbesten Schiff, das vorbei fuhr und ließ sich und die Buben bergen. Aber der Hunger war ihr geblieben. Sie gab lieber ihm die Schuld, das war bequemer. Und so überschüttete sie ihn mit Vorwürfen und all ihrer Wut wie mit Gülle, aber davon wurde ihr Ekel auf sich und ihn nur größer und sie holte die spitzen, scharfen Waffen hervor: Ab und zu meldete sie sich und drohte, ihm die Buben ganz wegzunehmen und so schrie er des nachts in sein Kopfkissen und wachte mit wildem Aussehen am Morgen auf. Die Angst davor, nicht nur seine Liebe, sondern auch noch das Liebste, was er auf der Welt hatte zu verlieren, machte ihn schier wahnsinnig. Aber er sprach kein Wort darüber. Und sein Kopfkissen warf er auf den Boden. Wollte es sich nicht anmerken lassen, aber natürlich merkten es alle. Allen voran seine Kinder. Die zwei Buben hatten Mitleid mit ihm.

Der Mann suchte sich abzulenken. Des Tags schuf er sich das, was man im Dorfe „Erfolg“ nannte. Er arbeitete wie ein Wilder von früh bis spät. Die Leute grüßten ihn und erkannten ihn auf der Straße. Das war ihm nicht wichtig und doch tat es ihm gut. So fühlte er sich nicht ganz von der Welt vergessen. Ansonsten betäubte er sich mit Zigaretten und manchmal einem Bier. Das linderte seine Not ein wenig. Nur die Stille war gefährlich. Beim Schlafen passierte es: da legte er seine Peitsche zur Seite, mit der er sich durch den Tag trieb. Dann kamen die Geister aus dem Keller in seine Träume. Und er schrie laut. Und erwachte des nachts, schreiend in die Matratze nun, Kopfkissen auf dem Boden. Seine Kinder wachten davon auf und strichen ihm dann übers zerzauste Haar und krochen unter seine Decke, um den zitternden Vater zu wärmen.

Eines Tages, er hatte sich für seine Buben frei genommen, gingen die drei in den Wald hinterm Haus...                                                                                                                                                                                             

 

 

2010
Eigenverlag, klammergeheftet, 24 Seiten, 21 x 21 cm, 10 Euro (incl. MwSt.) + 2 Euro Porto
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Die Prinzessin wird zu etwas gezwungen, was sie nicht will. Sie verliert die Kontrolle und versteht die Welt nicht mehr und schon gar nicht ihre Eltern. Da kommt unerwartet Hilfe. Es ist die Geschichte einer langsamen Entblätterung, während der ein Drache sich in einen Prinzen verwandelt, weil die Prinzessin sich so zeigt, wie sie ist. Dann kann sie wahrhaft geliebt sein und ...

 

so beginnt die Geschichte:

Es war einmal eine Prinzessin, die war sehr, sehr schön – und klug. Sie lebte mit ihren Eltern in einem Königreich, das keine Grenzen hatte. Das Leben im Palast war manchmal langweilig, aber angenehm. Für alles war gesorgt, und alles hatte seinen Platz.
Eines Tages jedoch, waren König und Königin unterwegs. Als sie ins Schloß zurück kamen und die Prinzessin sie begrüßte, schienen sie ein wenig bedrückt und hatten unruhige Augen, die dem Blick der Prinzessin entflohen. Die Prinzessin konnte sich das neue Verhalten der Eltern nicht erklären, aber da sie es auch nicht ändern konnte, nahm sie es hin. Wochen verstrichen, doch endlich riefen König und Königin die Prinzessin zu sich. Es war just nach einem erquicklichen Frühstück im Morgengrauen, denn Königs waren allesamt Frühaufsteher. Zwischen zwei Bissen vom Fasan mit Preiselbeergelee, offenbarte der König seiner Tochter, dass sie nun mit dem gräuslichen Drachen verlobt sei.
Die Prinzessin war zu Tode erschrocken. Nein, das konnte nicht sein! Das taten ihre Eltern doch nicht, das waren doch nicht ihre Eltern, das konnten doch nicht ihre Eltern sein, die so etwas Schreckliches von ihr verlangten. „WAAAAARUM ????“ schrie sie, dass es durch das Schloss hallte. Sie schluchzte, heulte, warf mit Marmeladebrot um sich. „Nun ja, er ist reich, hat Macht und Einfluss und als wir nicht ganz glücklich, unlängst in große Not kamen, ähem, hat er uns geholfen – unter der Bedingung, dass wir dich mit ihm vermählen“, erklärte der König ein wenig verlegen. „Was für eine Not, die so schlimm nicht gewesen sein kann, dass ihr mich verkauft!“ Die Stimme der Prinzessin überschlug sich vor Zorn.
„Denk nur, Kind, wir hätten beinah’ ausziehen müssen“ ihre Mutter blinzelte sie mit Unschuldsmiene an „Ab und zu im Leben muss man eben mal in den sauren Drachen beißen“, sagte sie und schob sich ein ganzes Cremetörtchen in den Mund. König und Königin wandten sich ab und beendeten damit die Unterhaltung.
Wütend, mit Tränen in den Augen machte die Prinzessin auf dem Absatz kehrt und rannte aus dem Frühstückssaal. Ein Kloß steckte ihr im Hals und ihr Bauch hatte sich in ein dunkles Ungeheuer verwandelt. Sie spürte, wie Angst in ihr hochkroch und sich wie eine eisige Hand um sie legte.
Wie von Sinnen lief sie mit wehendem Kleid hinab...