Kamille Matricaria chamomilla

                                                                  Ein Bericht aus dem Inneren


Vielleicht dachte ich, ich bleibe verschont. Weil ich einige Kräuter kenne und schön mit der Natur lebe und mir einbildete, ich wisse, wie's funktioniert… man weiß nicht, dass man überheblich ist, bis einem der Stolz genau an dieser Stelle gebrochen wird. Ich hatte Corona.

Es ist höchst individuell, was da geschieht. Und es ist ein gesamtgesellschaftliches Ding. Sogar weltumspannend. Wir sitzen in einem Boot und jeder hat Wirkung auf das Ganze, ob er sich dessen bewusst ist, oder nicht. Angst schürt Angst und wo Lebensfreude ist, da zieht auch diese Kreise wie ein Stein, den man ins Wasser geworfen hat. Beides ist ansteckend. Die Wellen schlagen hoch und eigentlich sollte es die Zeit von „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“, gemäß dem Weihnachtslied sein. Dabei erleben wir im Außen gerade eher das Gegenteil.

Ich hatte eine liebe Freundin besucht und war in einer persönlichen inneren Not wegen meiner Beziehung und nicht in meiner Mitte – bildlich gesprochen war meine Hintertür sperrangelweit offen. Ich fühlte mich als Opfer und prompt schickte mir das Leben die passende Szene: Ich kam zurück und am nächsten Tag sprang es mich an. Ich war außer mir und so hatte leider was anderes die Möglichkeit, in mir Platz zu nehmen. So betrachtet stellt sich die Frage nicht, wo ich es aufgeschnappt hatte. Unsichtbar schrie etwas: „HIER!“ Ich wusste es ziemlich bald und machte einen Termin bei der Ärztin im Dorf. Kam mir vor, als hätte ich einen dumpfen Helm auf. Die Tage bis dahin waren geprägt von Liegen, Kamillendampf inhalieren und Vitamin C. Und… wie viele berichten, war bei mir 2 Tage immer wieder der Geruch- und Geschmackssinn weg. Der linke Tubus (Gehörgang) spürte sich seltsam geschwollen an, die Luft schien staubig.
Am Tag des Arzttermins wurden alle Patienten mit Symptomen am Ende der Sprechstunde drangenommen. Ich war schockiert, wie viel Angst die Ärztin hatte, wie wenig sie anzubieten hatte (jenseits eines PCR-Tests), sie hörte nicht einmal meine Lunge ab – und zugleich hatte ich vollstes Verständnis. Angst geht um. Diese Leute müssen sich das jeden Tag geben. Das geht nicht spurlos vorbei. Sie entließ mich mit dem Tipp, viel zu trinken. Und das Testergebnis abzuwarten. Das war’s.

Ich ging heim und nahm täglich Acetylcystein (bekannt als ACC akut) und trank literweise: Kamillentee. Thymiantee, Tee mit verschiedenen Kräutern wie Verbene, Minze, Eibisch, Beifuß, Lungenkraut und Lavendel. Warmes Apfelschorle. Schmierte meine selbstgemachte Engelwurzsalbe auf die Wangen, band mir ein Stirnband mit Wattepads getränkt mit Schwedenbitter ans Hirn. Ich zündete Beifuß und Salbei als Sparversion von Räuchern auf einem Teller an und schleppte mich zurück ins Bett. Das Testergebnis kam. Ich war positiv. Meine Familie rückte weiter von mir ab. Verständlich und scheußlich zugleich. Isolation. Viele Leute nehmen an, das hilft. Viele bezweifeln es mittlerweile. Es ist eine Zeit, in der man sein Weltbild über den Haufen werfen kann. Mein Sohn musste 7 Tage in Quarantäne und keiner der Lehrer kam auf die Idee, in seiner Klasse einfach zoom mitlaufen zu lassen. Manche Dinge wären einfach, wenn man sich aus alten Mustern löste und einfach schaute, was es braucht. In Ausnahmesituationen zeigt sich ganz schön viel…

Ich war von meiner Familie rührend versorgt. Sie kochte insgesamt 25 Liter Suppe. Und jeder Tag war ein kulinarisches Highlight, erst schmeckte alles dumpf, am 3. Tag schmeckte alles furchtbar salzig, das kam aber von meiner Zunge. (Den Belag auf der Zunge mindestens morgens mit einem ayurvedischen metallenen Zungenreiniger zu entfernen, macht wirklich Sinn, nicht nur, wenn man krank ist.)
Am Tag darauf: Mein Geschmack war nicht nur zurück, sondern aufs Feinste sensibilisiert. Ich konnte die Spuren von Zitrone, Pfeffer, Thymian und Knoblauch im Risotto schmecken, heilfroh. Die Augenmuskeln taten weh und der Schädel und Kiefer und es war, als schälte sich dort was heraus. Husten. Ging aber. Ich bekam gut Luft. Schönes und Gruseliges war zugleich da.

Die Bahnhofapotheke Kempten mischt ein Medikament aus chinesischen Pflanzen, das man am besten frühzeitig nimmt. Wer’s braucht, findet Infos direkt dort oder online. Auch darüber: Entwurmungsmittel sind derzeit im Einsatz, ebenso wie ein Malariamittel, das auch bei rheumatischen Beschwerden Anwendung findet. Interessant. Meine inneren Bilder – noch bevor ich davon gehört hatte – waren die, dass sich das, was sich da in meinem Schädel und Rachen befand, anfühlte wie der Teil der Autowaschanlage, wo das Auto von breiten Streifen gelblichen filzartigen Materials, das von oben hängt, poliert wird. Ebenso erschien das, was beim Schneuzen aus meiner Nase kam, und was ich hochhustete. Wenn man so will, gab es da optisch auch Ähnlichkeit: Längliche wurmförmige Gebilde im Sekret mit kleinen Blutpunkten. Ja, Sie dürfen sich gern schütteln.
Es gibt Ärzte, die sagen: Seit wir das frühzeitig anwenden, stirbt keiner mehr. Und es gibt Leute, die dringend davon abraten. Also stehen wir wieder davor, selbst Verantwortung übernehmen zu müssen. Was glaube ich? Wem oder was folge ich? Woraus speist sich meine Wahrheit? Oder müssen wir andere Fragen stellen und akzeptieren, dass andere auf andere Antworten kommen? Es ist gut, wenn man weiß, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, für den Fall…, das macht das Spektrum weiter. Lässt die Wahl. Das macht es nicht einfacher. Ich weiß. Und für viele ist es kein Spaziergang. War es für mich auch nicht.

Wenn ich etwas erlebe, versuche ich, in die Beobachterposition zu gehen und einfach zu schauen, was auftaucht und gleichzeitig alles im Körper zu fühlen. Es ermöglicht, ziemlich viel zu erkennen und kann gelinde gesagt ganz schön herausfordernd sein. Alle Gefühle bis zur Todesangst können hochkommen. Je nachdem, welchen Weg man schon gegangen ist, kann es sein, man braucht dafür kompetente Begleitung, die spürt, was los ist und weiß, wovon man spricht. Manchmal ist das noch die größere Herausforderung: Jemanden zu finden, der versteht – professionell oder ganz unvermutet. Jemand, der einem zur Seite steht. Freunde. Fremde. Frauen und Männer, die passende Medizin geben können. Studiert oder vom Leben ausgebildet. Kinder, die einem die Hand halten. Haustiere, die sich auf die Beine legen. Familie ist manchmal eher hilflos, weil sie oft mit verstrickt ist und weil wir die uns Nächsten am schlechtesten betrachten können. Die Beziehungsbrille verfälscht manchmal die Sicht. Und in Verzweiflung… und immer kann man geistig um Hilfe bitten. Dann bitte gut die Augen offen halten – sie kann in höchst unerwarteter Gestalt kommen.

In der ersten Woche meiner Erkrankung war es, als würden Horden von schwarzen Pferden durch meinen Körper galloppieren. Die Nerven vibrierten. Es war, als würde ich durch eine Geisterbahn geschoben und lange Krallen versuchten, mich in den Abgrund zu zerren. Wer weiß schon, was passiert wäre, wenn ich mich mitreißen hätte lassen? Einflüsterungen, dass ich sterben könnte, waren da und fühlten sich ziemlich dramatisch real an. Ich staunte. Angst kam hoch. Immer wieder schaute diese Bande von miesen Gedanken ums Eck und die Biester suchten, ihre eisigen Finger von verschiedenen Seiten um mich zu legen. Herzrasen. Hitzewallung. Symptome fuhren durch den ganzen Körper. Schüttelfrost. Erkennen. Entspannung. Gefühl, als schwebte ich allein im Weltall mit Händen, die größer und größer wurden. Ich lag dabei still und beobachtete, während Panik mich zerzauste. Ich lag trotzdem. Atmete. Zwang mich, jetzt und hier zu bleiben. Mit dem Denken weder in die Zukunft noch die Vergangenheit zu schweifen. Das war schwer. Ich erfuhr Beruhigung. Mit Übung, Disziplin und Vertrauen gelang es stetig besser, dann kennt man mit der Zeit die Fratzen und ähnlichen Muster der Überforderung und lässt sich immer weniger beeindrucken. Dann kommt wieder die nächste Überforderung und „das Spiel“ beginnt erneut. So kann man wachsen. Man erkennt rascher. Lernt stetig dazu. Wird klarer und kompetenter in der Unterscheidung der Geister. Irgendwann wird es ruhiger. So empfand ich es. Es war interessant zu sehen, wie wir auf verschiedenen Ebenen wirken und wie auf verschiedenen Ebenen auf uns eingewirkt wird.

Früher war das den Leuten völlig bewusst: Dem aufgeräumten Nikolaus wird der wilde Krampus zur Seite gestellt. Angst einflößend läuten die Schellen und die Rute trifft manchmal wie aus heiterem Himmel. Die Schatten gehören zum Leben. Halten gerade wir Mütter sie fern, haben wir irgendwann keine Hand mehr frei fürs eigene Leben. Zudem ist es höllisch anstrengend, immer nur auf der Hut zu sein und ein dick gepanzertes Outfit macht zunehmend unbeweglich. Dazwischengrätschend verstört man die Lebendigkeit, verhindert gutmeinend, dass die Kinder Selbstvertrauen entwickeln und lernen, dass es Schmerz und Leid und Bedrohliches in der Welt gibt, das man jedoch erfahren und überwinden kann. Um da brauchbares Beispiel zu sein, braucht es Aufgeräumtheit und unser Erwachsen sein. Dabei können wir vertrauen, dass jeder Mensch bestens ausgestattet ist, um ein erfülltes Leben zu führen und lebendig, liebend, friedlich und mitfühlend im Leben zu stehen und laut „ja“ zu sagen. Unsere Kinder haben alles dazu und auch unsere Eltern, unsere Nachbarn unsere Chefs. Wir selbst.

Dabei bestehen wir auch aus dieser Drei-Einheit: Körper, Geist und Seele. Nur wir modernen Menschen haben uns so sehr auf den Körper und die Materie konzentriert, tun vieles als Quatsch ab, so dass wir manchmal Geist und Geister und Seele außen vor lassen und im Alltag ignorieren. Und funktionieren. Die wirken aber trotzdem. Dann halt unerkannt. Die Welt ist laut, die Anforderungen an uns vielfältig. Die zehntausend Dinge (von denen auch Laozi schreibt) haben uns ab-ge-lenkt, vielleicht haben wir uns sogar verirrt. Das Unerklärliche haben wir indes in die Fiktion verlagert und hinter die Bildschirme: Im Rahmen eines Films oder einer geflixten Serie darfs sein. Da gehen wir uns gruseln. Oder Engel schaun. Und so sind die meisten bestürzt, weil die Welt uns grad so sehr unstabil und bedrohlich erscheint, Chaos und Verwirrung zunehmen. Undurchschaubare und widersprüchliche Kräfte wirken. In Echt! Schaurig. Wir kennen uns nicht aus. Man versucht, Kontrolle zu erlangen. Wir finden die „AUS“-Taste dafür nicht. Wir können gegen die Symptome anrennen. Dabei können wir erkennen.

Ich betete viel in dieser Zeit. (Und hab es beibehalten.) Für mich und meine Familie und alle anderen, die krank liegen. Da war die Hinwendung zu Gott, die stets ziemlich schnell auch körperlich als Erleichterung spürbar war. (Eher wie ein Gespräch. Er/Sie antwortet.) Ich danke zutiefst für diese sehr realen Erfahrungen und kann nur ermuntern: Probieren Sie’s aus! Es braucht unsere Hinwendung. Dann können die Augen aufgehen und alle Wunder geschehen. Oder wie Einstein gesagt hat: Alles ist relativ, vorübergehend und ein Problem kann nicht auf der Ebene gelöst werden, wo es sich zeigt. Dennoch ist es wertvoll, den Augenblick – jeden Augenblick – mitzubekommen. Auch das höchst Unangenehme. Wenn wir grübeln, was schlimmstenfalls passieren könnte, malen wir sprichwörtlich den Teufel an die Wand, sind nicht anwesend in unserem Leben, sondern in einer vielleicht-Zukunft oder in einer Vergangenheit, die wir durch unsere schmerzhafte Gefühlsbrühe ziehen. Unser Denker tickt so. Wir sind aber mehr als das. Wir nähren mit unserer Lebenskraft die oben genannte Bande! Sind Sie abends öfter mal total kaputt? Ein Tipp: Schaun Sie nach, was Sie den ganzen Tag so gedacht haben. Wer des Englischen mächtig ist: Es heißt nicht umsonst „to pay attention“. Wir bezahlen mit unserer Lebenskraft das, wohin wir unsere Aufmerksamkeit geben. Also was fördern Sie? Schaun Sie nach bei sich. Es lohnt wirklich. Das ist spannend und heilsam und manchmal ganz schön perfide, was man vorfindet. Nährt und hebt Sie das, was Sie zu denken pflegen empor oder schrauben Sie sich mittels Ihrer Gedanken herunter? Sehen Sie... das kostet uns das Leben.
 
Ich genese jeden Tag ein Stück mehr und ein Teil von mir hat diese Erfahrung wohl gebraucht. Warum? Sonst hätt’ ich sie nicht erlebt. Das sage ich voller Demut und keineswegs leichtfertig. Mir geht es gut. Und mir ist bewusst, dass das derzeit viele nicht sagen können. An Sie denke ich jetzt im Besonderen. Möge sich für Sie alles zum Guten wenden! Ich habe dies Kranksein durchlebt und nutzen können. War viel still, war viel in Not und hab das erlaubt. Und versucht, die Wahrheit zu erkennen. Wenn man Themen, die im Leben auftauchen, zur Seite schiebt, weil man grad so viel zu tun hat oder sie kräftig verdrängt aus Schiss oder wegen was auch immer – kommt oft die Krise, die einen zerlegt und durch die wir gezwungen werden, dann doch hinzuschaun. Ist es nicht mit allem, was wir als Problem ansehen so: Was wir meistern, lässt uns wachsen.

Kamille Blüten getrocknet


In all dem hat mich die Kamille gestützt und geschützt: getrunken, eingeatmet, aufgelegt. Schauen wir nochmal zu ihrem lateinischen Namen: Matricaria leitet sich dabei vom Wortstamm „mater“, übersetzt „Mutter“ ab und das nicht von ungefähr. Ihr Wesen ist ein weiches, einhüllendes, Geborgenheit gebendes. Sie hilft mit ihren Dämpfen meinem Gehörgang, frei zu werden. Sie vermag, Steine zu brechen und Verhärtungen im Körper aufzuweichen. Wer Gallen-, Leber-, Nierensteine oder -gries hat oder da Beschwerden verortet, kann mit Kamillentee kuren. 6 Wochen 2 Tassen täglich zwischen den Mahlzeiten ließen sich hier vorschlagen. Und wie immer gilt: Sie sind für sich selbst verantwortlich. Von vorn bis hinten. Geben Sie das nicht aus der Hand! Spüren Sie, was gut tut oder was Sie besser bleiben lassen und sprechen Sie gegebenenfalls mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker. Und sprechen Sie mit Ihrem Inneren!

Wir Frauen können Wasser und Kamille in einen Topf geben, aufkochen, auf den Boden stellen und ohne Höschen, mit einem langen Rock bekleidet, oder einem um die Hüften geschlungenen Leintuch die Dämpfe für unseren Unterleib nutzen. Die Gebärmutter mag das sehr. Das ist extrem wohltuend, auch vor und während der Periode. Bitte Vorsicht, heiß! Auch für die Blase und die Niere ist das hilfreich. Wenn der Dampf abkühlt, kann man tiefer und tiefer gehen und die wohlgeformten Oberschenkel trainieren, bis man schließlich über dem Topf kniet. Sehen Sie’s sportlich – die’s ausprobiert haben, waren begeistert – vielleicht bringt es auch was fürs Skifahren oder einfach Freude, unsere Weiblichkeit so zu würdigen. Dabei bewusst atmen und sich vorstellen, dass die wohltuende Kamille mitsamt der Lebenskraft über den Steiß bis zum Scheitel emporfließt und uns ausfüllt, stärkt die inneren Organe und das Immunsystem, belebt und schützt. (Lässt sich auch als feine Bewusstseinsübung mit Höschen ohne Kamille beim Zähneputzen oder im Büro machen;-)

Beim Scheitel angelangt und zurück zur Kamille: Man kann Kopfhaut und Haare mit auf lauwarm abgekühltem Absud spülen. Man sagt, er würde auch den Gelbstich in weißen Haaren nehmen. Er kräftigt den Skalp und lässt blonde Haare golden schimmern.
Ganz besonders spülen lassen sich auch Magen und Zwölffingerdarm: Für diese Rollkur nimmt man sich eine dreiviertel Stunde Zeit. Am Morgen, wenn der Magen leer ist, trinke man zwei große Tassen Kamillentee und lege sich 8 Minuten auf den Rücken. Dann rollt man sich auf die linke Seite, bleibt ebenfalls 8 Minuten liegen, dann auf der rechten und dann auf dem Bauch jeweils ebenso lang liegen. Nachruhen. So kommen alle Winkel der Schleimhaut mit der Kamille in Berührung. Wer mag, macht es eine Woche lang und schaut, was geschieht. Manche tun dies, um Geschwüre sanft und wirkungsvoll zu behandeln.
Sie entkrampft – auch weil sie als Einschleuserpflanze für Magnesium gilt. Bakterienfeindlich kennt man sie seit tausenden von Jahren – so wird sie auch für die Augen und im Mund- und Rachenraum per Auflagen und Waschungen eingesetzt. Vor Schönheitsbehandlungen wurde schon zu Kleopatras Zeiten Kamillentee gereicht. Wer mag, kann Kamillentee in Eiswürfelförmchen einfrieren. Bei müden Augen nimmt man einen heraus und bewegt ihn drum herum und auf den geschlossenen Lidern. Das ist herrlich wohltuend und erfrischend – die Augen strahlen wie die Kamillenblüte selbst.

Kamille


Chamomilla homöopathisch wird bei vielerlei Überempfindlichkeit eingesetzt und für die Zähne, wenn sie bei Kleinen erscheinen oder wenn sie später die Großen plagen. Unruhe, Kopf- und Gliederschmerzen, Ohrenweh und -sausen, aber auch schwallartiges Erbrechen vermag sie zu lindern.

Uns kann Kamille Stärkung bringen. Nutzen wir diese Zeit, Dinge zu beschauen, laden wir Milde ein und ruhen uns gut aus, um gesund zu werden. Die wahren Vorgänge laufen nicht bloß im Körper ab. Nicht nur mit äußeren Mitteln dürfen wir den Dingen des Lebens begegnen – die innere Haltung und ein wacher Geist sind kraftvolle Medizin, das ist mir einmal mehr klar geworden. Die Stille Zeit ist gekommen! So wünsche ich Ihnen, dass Ihre verborgenen Seiten ans Licht dürfen. Dass wir weiter aufwachen. Diese Tage sind hervorragend geeignet, um bei sich aufzuräumen. Desto weniger Leid müssen wir mitschleppen, durch Krankheit erfahren, anderen zufügen oder unseren Kindern aufladen. Kommen Sie hervor! Echt und authentisch. Licht und schön. Wie die Kamille. Strahlen Sie mit dem Christbaum um die Wette, was auch toben mag. Friede ist in uns zu finden. Das ist möglich. Egal, wie unser Leben bisher war. Wir sind hier miteinander, auch diesen zu erfahren und hinaus zu tragen. Dabei helfen wir uns gegenseitig. So ist das mit der Welt. Es wird Licht, je mehr wir Licht sind.
Frohe, erhellende Weihnachtszeit! Ihre Claudia

 

in der Dezemberausgabe 2021 des „Schaufenster“, von Ulm bis zum Bodensee in 28.000 Haushalte