Die Weglasser

Manchmal ist es wichtig, was wegzulassen, damit die Leute sich optimal orientieren können. Das hab ich gelernt. Von den topplanern. Die machen Karten und beraten Kommunen, Regierungen, Landschaften oder Institutionen, die ein Interesse haben, dass Leute sich in einer bestimmten Weise bewegen.

Deren Spezialität ist das Fahrrad und Wander-, Geh- und Trailrunning-Wege. Die helfen Sie zu optimieren. Auch für Städte, – im Zuge von Feinstaub und Verkehr – wird das Fahrrad, gerade auch weil jetzt elektrisch und völlig unanstrengend mehr und mehr zum Fokus der Entwicklung. Und da stehen wir in Deutschland gerade erst am Anfang. Und sie machen Karten. Und richten Portale ein, wo jeder Wegweiser in Echtzeit und zum derzeitigen Zustand abgerufen und betrachtet werden kann. 

Überall gibt's spannende Menschen und Firmen. So auch wunderbarerweise in meinem Nachbarort. Andreas Ampßler leitet ein Team von „Nerds“, die sich abwchselnd in Bewegung und Stillsitzen üben: Sie befahren, begehen, laufen die Wege selbst, die sie analysieren und geben ihren Kunden Wegweisung und einen Ordner mit ihren gesammelten Untersuchungen an die Hand. Weg schön, aber gefährlich, wie warum könnte man welche Situation verbessern/entschärfen, attraktiver machen. Früher waren manche Gegenden per se von Urlaubern überrannt. Heute gibt es so viel Schönes, und im Zuge von ausbleibenden Wintern, macht es Sinn, sich Sinnvolles zu überlegen. Leute wollen sich in der Natur und in Bewegung erleben. Oder schlichtweg effektiv zum Arbeitsplatz kommen. Aber wie löst man Themen von Fahrradaufbewahrung? Wie transportiert man eine Kisten Apfelsaft mit dem Fahrrad heim? Undsoweiter. Dies hier reißt nur an, womit diese interessante, sehr gefragte Firma sich beschäftigt. Ich bin stolz und glücklich, dass wir zusammen einen Baukasten Infomaterial erschaffen konnten und das Erscheinungsbild in eine klare Richtung lenken konnten, die topplan mehr Akzeptanz und „Gewicht“ gibt.

Und jetzt auch eine Broschüre, die ein bisschen ist wie eine Karte: Ungewöhnlich gefaltet und mit einem Papier, das der Farbe und Textur der Straße am Nächsten kommt: Graupappe. Herzlichen Dank an so wundervolle Druckereien wie Royaldruck, Kempten, dass die immer wieder solchen Quatsch mitmachen und meine Ideen so ambitioniert und mit Grandezza umsetzen, und Spaß daran haben, was nie Dagewesenes zu schaffen! Herzlichen Dank.

 

Zum Radfahren braucht man nur ein Rad?

 
Ja, schon. Aber mehr Spaß macht es, wenn jemand sich die Routen ausgedacht, im Detail geplant, die Sicherheitsaspekte berücksichtigt hat, so dass die Tour gelingen kann. Die Tour zum Erlebnis wird. Und urban gesprochen: Konzepte zur Mobilität kommen am Rad nicht vorbei. Radfahren hat weitreichende gesellschaftliche Aspekte, von Gesundheit über Umweltschutz, von Freizeit über Sport bis hin zu Zwischenmenschlichkeit. Wir lieben Radfahren, Wandern, Laufen. Das interessiert in den meisten Ingenieurbüros nur ganz am Rand. Für uns ist es ein Teil unserer Arbeit. Wir befahren Wege um diese zu analysieren, zu bewerten und Kommunen, Landkreise, Tourismusverbände für die Mobilität und Beweglichkeit draußen zu beraten. Da hilft es, wenn man sich in die Position des "Benutzers" begeben kann und dessen Bedürfnisse kennt.
Wir entwickeln Konzepte zur Verbesserung der Erlebnis- und Fortbewegungsmöglichkeiten von Menschen. Im Alltag und in der Freizeit.
 

 Wege werden gemacht. Von denen. In der Stadt und durch den Wald und in Wald und den Berg hoch. Schöne Wege sind schön.

Es gibt verschiedene Wege: Den schnellsten, den direkten, den richtigen, den besonders schönen, den Um- und den eigenen Weg.